|
“Das evangelische Bildungs- und Erziehungsverständnis ist vom Gedanken der Freiheit geprägt. Das hat die EKD-Synode in Berlin-Weißensee in ihrem legendären Wort zur Schulfrage 1958, vor bald einem halben Jahrhundert also, erklärt. Sie hat sich auf die Freiheit berufen, zu der allein Christus befreit, und sich zu einem freien Dienst an einer freien Schule bereit erklärt. Das sind starke Worte. Denn man darf nicht vergessen: Das war eine Zeit, in der in den Schulen die Prügelstrafe noch an der Tagesordnung war und in vielen Heimen und Erziehungsanstalten – auch in evangelischer Trägerschaft – eine erschreckende Unfreiheit herrschte. Erst jetzt finden etliche Betroffene den Mut und die Kraft, über das dort Erlittene zu sprechen. Es erfüllt uns mit Scham, was dabei zutage tritt. Aber wir dürfen uns davor nicht verschliessen; denn wenn dieses Unrecht nicht beim Namen genannt wird, wird die Würde der betroffenen Menschen heute genauso verletzt wie damals. Das Wort der evangelischen Kirche zur Schulfrage atmet einen anderen Geist. Es stellt eine Absage an alle geschlossenen, totalitären und weltanschaulich-religiös überhöhten Bildungs- und Erziehungskonzepte dar – auch an alle modernen Zwänge funktionaler Verwertbarkeit von Bildungsleistungen.” (S.6)
Gesamter Vortrag...
Mehr über die Veranstaltung...
|